Die Schulanlage Seefeld liegt im dicht bebauten Mühlebachquartier mit urbanem, innerstädtischem Charakter. Das gesamte Grundstück ist im Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen aufgeführt. Das Schulhaus Seefeld aus dem Jahr 1853 hat einen hohen denkmalpflegerischen Wert.
Das gesamte Programm ist in einem kompakten Baukörper untergebracht, der sich in die Bebauung des Quartiers einfügt und einen grosszügigen, zugänglichen Aussenraum für den Schulbetrieb und das Quartierleben öffnet. Der neue Baukörper ordnet sich dem denkmalgeschützten Schulhaus unter, welches seine primäre und prominente Stellung behält, und dem Aussenraum, der mit seinem Gehölzbestand das Quartier- und Strassenbild prägt. Der bestehende Baumbestand wird aufgewertet und weiter mit den Freiflächen des Schulzentrums und des Quartiers verbunden. Die Freiräume werden in Kontinuität zueinander und zur Quartierstruktur angeordnet, wodurch ein einheitlicher und durchgehender Raum zwischen Seefeldstrasse und Wildbachstrasse entsteht, der die Durchlässigkeit und Zugänglichkeit fördert.
Die Zugänge und die Adressierung des Neubaus reagieren auf ein heterogenes Programm, dessen Funktionen sowohl unabhängig voneinander als auch synergetisch funktionieren sollen. Ein offenes und durchlässiges Erdgeschoss steht in direktem Kontakt mit den Aussenräumen und verstärkt die Öffnung des Neubaus zum Quartier.
Ausdruck, Proportionen und Setzung des Neubaus entsprechen dem städtischen Charakter des Quartiers und stehen im Dialog mit dem bestehenden Schulgebäude. Die Gliederung des neuen Baukörpers orientiert sich an den Merkmalen und Proportionen des Schulhauses Seefeld.
Das Konstruktionssystem besteht aus einfachen, modularen Elementen mit einem hohen Wiederholungsgrad. Die Teile des Bausystems (primär, sekundär und tertiär) sind klar voneinander getrennt. Das primäre Tragsystem stellt eine offene und neutrale Infrastruktur dar, das im Laufe der Zeit wechselnde Funktionen aufnehmen kann.
Das Erschliessungskonzept und die Anordnung der Raumprogramme sind auf die Anforderungen der heterogenen Nutzungen mit unterschiedlichen Betriebszeiten und Nutzergruppen abgestimmt. Die Erschliessung der Räume für die schulischen Nutzungen sowie der Räume für das Musik Konservatorium Zürich erfolgt über den gemeinsamen Freiraum zwischen den beiden Schulbauten Die öffentlichen Funktionen beleben das Erdgeschoss, die Lern- und Arbeitsfunktionen sind im Obergeschoss untergebracht. Das Erschliessungssystem ermöglicht bei Bedarf eine getrennte Nutzung der beiden Geschosse. Die Struktur der Lernräume ist einfach und repetitiv, was eine flexible und polyvalente Nutzung erlaubt. Ein dienender Gebäudeteil, zur Wildbachstrasse hin ausgerichtet, beinhaltet die Erschliessung der Sportfunktionen, welche völlig autonom funktionieren.