Das Projekt umfasst den Umbau, die Erweiterung und die Neugestaltung der Pinacoteca Züst in Rancate. Die bestehende Struktur ist im Inventar der Kulturgüter von lokalem und regionalem Interesse eingetragen.
Das Programm sieht die Ergänzung mit neuen Inhalten, die Aufwertung der bestehenden Räumlichkeiten, die Verbesserung der Funktionalität und der Zugänglichkeit der Museumsräume sowie die Anpassung der Klimaanlage an die heutigen Anforderungen vor. Gleichzeitig wird eine neue Tiefgarage mit 50 Parkplätzen gebaut und soll das Dorf Rancate, das im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgeführt ist, aufgewertet werden.
Das Projekt basiert auf einer gründlichen Analyse der architektonischen Merkmale des Dorfkerns von Rancate und einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit dem ursprünglichen Projekt von Tita Carloni. Der neue Eingriff sieht die vollständige Erhaltung der bestehenden Struktur vor, die nur durch die unbedingt notwendigen Eingriffe an die heutigen Bedürfnisse angepasst wird. Das ehemalige Pfarrhaus behält seinen prominenten Charakter. Der neue Eingriff setzt die bestehenden Gebäude fort und vervollständigt das architektonische Ensemble an der Ecke zur Via Pinacoteca Züst.
Die Erweiterung der Pinacoteca fügt sich volumetrisch und typologisch in das bestehende Ensemble ein. Das neue Gebäude zeichnet sich durch ein einfaches Volumen aus, das nach Norden offen ist, um den Einfall des Tageslichts zu begünstigen, und sich nach Süden gemessen zum Park hin orientiert.
Die bestehende Treppe, die charakteristisch für den Eingriff von Carloni ist und der Typologie des Rancate-Gebäudes entspricht, wird beibehalten und in ihrer Bedeutung als Drehpunkt der internen Erschliessung aufgewertet. Die Höhe des neuen Ausstellungssaals liegt auf dem Niveau des Parks und wird vom Podest der bestehenden Treppe aus erschlossen. Damit wird die Wegeführung fortgesetzt, die sich durch Räume mit unterschiedlichen Proportionen und Charakteristiken entwickelt, wobei sich die verschiedenen Räume abwechseln.
Der Entwurf der Tiefgarage ist so konzipiert, dass das Aushubvolumen minimiert wird, die natürliche Belüftung und Entrauchung gewährleistet ist, die Wege und Zugänge klar und einfach organisiert sind und der neue Park über der Tiefgarage optimal genutzt werden kann.
Das neue Bauvolumen der Pinakothek ist so konzipiert, dass ein öffentlicher Raum entsteht, der dem Massstab von Rancate entspricht. Die Schräge des Baukörpers neigt sich zum Park hin und bietet einen überdachten Platz und Ruhezonen für die Nutzer des öffentlichen Gartens. Der neue Park ist von verschiedenen Seiten zugänglich. Zur Strasse hin gibt es eine neue Treppe, die sowohl als öffentlicher Raum als auch als Zugang dient. Die Verbindung zum Museumskomplex wird durch einen neuen ebenen Gehweg ermöglicht, der mit dem Zugang zur Piazza Santo Stefano verbunden ist.